„Fest der Weltziele“
Mit Musik, Projekten und starken Botschaften feierte die Schulgemeinschaft den erfolgreichen Abschluss einer inspirierenden Woche rund um die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele.
Unter dem Motto „Fest der Weltziele – Vielfalt feiern“ versammelten sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern und Gäste in der Realschule auf dem Röddenberg, Osterode, um den krönenden Abschluss einer intensiven und kreativen Projektwoche zu feiern – einer Woche im Zeichen der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UN Global Goals).
Bereits zur Eröffnung unterstrich Schulleiter Steffen Glaubitz die Bedeutung dieser Ziele: „Die wichtigsten Ziele der Vereinten Nationen sind nicht nur abstrakte Begriffe, sondern Leitlinien. Ziel ist es, diese im Alltag zu leben, um gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft zu kämpfen. Wir können aktiv an einer positiven Entwicklung mitarbeiten und unsere Kinder ermutigen, Solidarität, Umweltbewusstsein und Toleranz zu leben – nicht nur an unserer Schule, sondern in unserer Gesellschaft, für unseren Planeten. Gemeinsam machen wir den Unterschied.“
Musik, Tanz, Akrobatik – und jede Menge kreative Energie
Das Bühnenprogramm eröffnete die AG Band und Chor mit den Liedern „Sailor Song“ und „Bad Moon Rising“, die das Publikum sofort in Feststimmung versetzten. Lauter wurde es, als die Schülerband „Master of Metal“ mit ihren progressiven Eigenkompositionen „Master“, „Your Life is Burning“ und „A Carefree Life“ für echte Rockstimmung sorgte. Gänsehaut pur – aber dieses Mal mit Headbanging.
Auf dem Schulhof begeisterte die Tanz-AG mit einer ausdrucksstarken Choreografie, während die „Vielfalt der Akrobatik“ mit Rhönrad, Vertikaltuch, Trampolinen und Tumbling-Bahn wahre Kunststücke vollführte – ein Fest für Augen und Staunen.
Nachhaltigkeit zum Anfassen und Staunen
Vielfältige Projektstände boten tiefe Einblicke in die Ideen und Visionen der Schülerinnen und Schüler.
Das Upcycling-Projekt beeindruckte mit kreativen Alltagshelfern aus vermeintlichem Müll: Blumenkästen aus Milchkartons, Insektenhotels aus Dosen, Windlichter aus Einweggläsern – unterstützt durch Pflanzenspenden von OBI. Nachhaltigkeit wurde hier praktisch umgesetzt und lebendig gemacht.
„Gemeinsam für die Schulgemeinschaft“ rückte die Nähe der Projekte zur Lebensrealität der Schülerinnen und Schüler in den Fokus. Mit innovativen Konzepten zum Thema Müllvermeidung, Pausengestaltung, Kiosk und Achtsamkeit wurden Ideen kreiert und umgesetzt. Mit witzigen Sprüchen, wie „Drinnen Hui, Daneben Pfui“‚ wurden die zahlreichen Mülleimer der Realschule beklebt. Engagierte Schülerinnen und Schüler haben während der Woche die Schmierereien auf den Toiletten entfernt, es gab Ideen für mehr Bewegung in den Pausen und ein Konzept zum Recht aller Schülerinnen und Schüler auf gewaltfreien, achtsamen und respektvollen Umgang, in dem auch der wertungsfreie Blick auf Kleidung und Körper eine große Rolle spielte.
Besonders charmant: das Projekt „Pimp the Case“, bei dem ausrangierte Museumskoffer in farbenfrohe Einzelstücke verwandelt wurden. Auch der Schulgarten und die Außenstelle der Schule wurden im Rahmen der Woche neu gestaltet – mit viel Liebe, Kreativität und einem klaren Bekenntnis zur Umwelt.
Darüber hinaus ließ eine Schülerin mit viel Kreativität und Herzblut eine veraltete Leinwand aus dem Hauptgebäude in neuem Glanz erstrahlen. Das Besondere daran: Es wurden nur ausrangierte Farben und Materialien genutzt – ganz im Sinne von nachhaltiger Kunst.
Für das leibliche Wohl an diesem Tag wurde mit Kuchen, Kaffee, Brat- und veganen Würstchen und diversen kalten Getränken ebenfalls gesorgt. An dieser Stelle vielen Dank an die Schülerinnen und Schüler, die unermüdlich am Grill und an den Verkaufsständen arbeiteten; ein besonderes Dankeschön an unsere frisch entlassenen 10‘er, die tatkräftig unterstützten.
Die Schülerinnen und Schüler zeigten ebenfalls Engagement bei gesellschaftlichen Themen:
Das Projekt zu Fair Fashion beleuchtete kritisch den Umgang mit Kleidung, während beim Stand „Märchen aus aller Welt“ kulturelle Vielfalt gefeiert wurde.
„Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“ – unter diesem Motto entstanden mit Kartoffeldruck und kreativer Inspiration Taschen, Mäppchen und Karten, es wurden Freundschaftsbändchen geknüpft und liebevoll ausgestellt.
Auch die Regionalität der Projekte war gegeben
In dem Projekt „Gips: Karstgebiet bei Düna erkunden und kreative Werkstücke aus Gips gestalten“ entstanden für den Bereich Umweltschule und als interdisziplinäre Verbindung des regionalen Raumes und der Fächer Erdkunde und Werken wahre Kunstwerke aus Gips: Sterne, Kerzenständer und Home-Dekor, die von Herzen kamen.
Bei „Rund um Osterode“ wurden auf dem Wochenmarkt Interviews mit den Verkäufern zu ihren Produkten und mit Passanten zum Thema Zufriedenheit in Osterode geführt, es wurde eine Stadtführung mit Museumsbesuch gemacht und Müll im Sösepark, Kurpark und am Pferdeteich gesammelt.
Auch technische Kreativität wurde großgeschrieben: Der „Kugel-Karacho“ ließ mit Murmelbahnen aus Altmaterial nicht nur Kinderaugen leuchten.
Das Projekt „Wasser und Wasserversorgung rund um Osterode“ rückte mit spannenden Versuchsaufbauten den Blick auf eine der wertvollsten Ressourcen unserer Erde.
Ein weiteres Highlight: Bunte Piñatas aus dem Projekt „Feste aus aller Welt“, die nicht nur gute Laune, sondern auch den Gedanken der internationalen Verständigung transportierten.
Musikvideo mit Botschaft: Einfach Mensch sein
Ein bewegender Moment war die Präsentation des Musikvideos „Wir sind alle Menschen“, das von Schülerinnen und Schülern selbst konzipiert, gefilmt und geschnitten wurde. Die Botschaft: „Egal, woher wir kommen oder wie wir aussehen – wir sind einfach Mensch.“ Der Integrationssong „Anders sein“ stellte die Grundlage für das Video dar – ein musikalisches Plädoyer für Inklusion, entstanden in Zusammenarbeit mit der Organisation „Grenzen sind relativ“, komponiert von Katrin Wulff und produziert von der Mischa Gohlke Band.
Ein Pilotprojekt geht zu Ende – mit großem Erfolg
Das Sommerfest markierte zugleich das Ende des Pilotprojekts „Unsere Welt“, das als Wahlpflichtkurs im Jahrgang acht erstmals angeboten wurde. Im ersten Halbjahr lag der Fokus auf theoretischem Wissen rund um die 17 UN-Ziele – Themen wie Klimaschutz, Umweltverschmutzung und soziale Gerechtigkeit wurden intensiv beleuchtet; diese SDGs (Sustainable Development Goals) sind zudem Teil der Bewerbung für die Auszeichnung der Realschule auf dem Röddenberg als Umweltschule bis 2026.
Im zweiten Halbjahr ging es dann an die Praxis: Nistkästen, Insektenhotels, Unterstützung der Vogelstation Osterode, Aufklärung über Tierschutz und die Arbeit vom Tierheim Osterode, Besuche und Hilfe in den Altenheimen Siebenbürgen und auf der Demenzstation in Eisdorf, Spendenaktion für die Osteroder Tafel, und sogar die Umgestaltung eines Fahrradtrails (sogenannter „Dittmar-Trail“ Am Kalkberg in Osterode) – viele dieser Projekte feierten beim Sommerfest Premiere.
Das erfolgreichste Projekt wurde beim Fest der Weltziele geehrt: Für die Berufsfeuerwehren Braunschweig, Göttingen und Salzgitter und für die Freiwilligen Feuerwehren Osterode und Bad Grund wurden Schlüsselanhänger in den Farben der jeweiligen Feuerwehr selbstgeknüpft und gegen eine Spende umgetauscht. So konnte eine beachtliche Spendensumme von 500 Euro an den Verein: „Paulinchen“, eine Initiative für brandverletzte Kinder, überwiesen werden.
Ein rockiges Finale – und starke Worte zum Schluss
Den Abschluss des Festes bildete die Lehrerband „Röddenberg’s Rockingbirds“, die mit einem Mix aus Rockklassikern und modernen Songs das Publikum begeisterte. Mit Liedern wie „Take It Easy“, „Counting Stars“ und „Mit welchem Recht“ von Heinz Rudolf Kunze sorgten sie für Gänsehaut und gute Laune zugleich. Gerade letzteres Lied bildete den passenden emotionalen Abschluss dieses Abesonderen Tages: „Und du wünscht dir, dass es besser wird dort, dass man bleiben und dort aushalten kann. Ist die Heimat auch ein schwieriger Ort, sie ist Herkunft – und wir hängen daran.“


